Das Interesse an den Prepaid Tarifen der großen Mobilfunkanbieter von T-Mobile, O2, E-Plus und O2 ist am erlahmen, was vor allem mit dem Erstarken der neuen Prepaid Discounter und dem dadurch entstandenen Preiskampf liegt. Die Handytarife bzw. Prepaid Tarife der neuen Internet Prepaid Discounter wie z.B. maxxim, simply oder auch fonic und congstar prepaid bieten die innerdeutsche Gesprächsminute und sms in alle Netze schon unter 10 Cent an. Vor nicht allzu langer Zeit zahlten die Kunden von Callya, Xtra, Loop und free&easy noch bis zu 89 Cent bzw. 39 Cent pro Gesprächsminute im Inland.

Momentan gibt es bei ca. 110 Millionen Mobilfunkanschlüsse in Deutschland eine klare Zuordnung in Postpaid Kunden, die auf Rechnung zahlen und vertraglich gebunden sind und den Prepaid Kunden, die vorausbezahle Tarife haben und bei Bedarf Guthaben aufladen.
Doch diese klare Trennung bricht gerade auf und könnte bald Vergangenheit sein. Wie es sich schon bei den Postpaid/Prepaid Tarifen einiger Mobilfunkanbieter erkennen lässt, arbeiten die Provider momentan daran, beide Kundensegmente zusammenzuführen. Flexibel zu jedem Tarif hinzu buchbare Optionen, wie Daten Flatrates und andere Bausteine, lassen erahnen wohin die Reise geht.

In Zukunft haben also die Mobilfunkbetreiber die Möglichkeit, Kunden flexibel neue Kombinationen aus Bausteinen ihrer Dienste anzubieten. Denkbare Anwendungen wären, Telefonate nachträglich (postpaid) per Rechnung zu bezahlen, Datendienste und Kurzmitteilungen aber vorab (prepaid) zu bezahlen. Im Falle eines geplanten oder eben ungeplanten Auslandsaufenthalts, gäbe es dann die Möglichkeit den Vertrag kurzfristig auf Prepaid umzustellen, um nicht in die Roaming Kostenfalle zu geraten oder umgekehrt, um in den Genuss eines bestimmten Roamingkabkommens zu kommen

Insgesamt entfallen ca. 50 Millionen der deutschen Mobilfunkanschlüsse auf Verträge und ca. 60 Millionen auf Prepaid-Karten. Bislang mangelte es den klassischen Mobilfunk Providern an der nötigen Beweglichkeit und Flexibilität, um ihre Tarifstrukturen der Mobilfunkrealität anzupassen.
Nicht nur aus technischen Gründen, sondern auch aus der Gründen der strengen deutschen Bonitätsprüfung und der Pflicht zur Identifikation beim Anmelden jeglicher Telekommunikationsmittel, waren die Provider gezwungen, Tarife und Optionen für die beiden Kundensegmente getrennt zu halten. Die zukünftige Entwicklung der Angebote und Tarife und das schnelle Fortschreiten der Hardwareentwicklung macht nun aber die einheitliche Verwaltung von Prepaid- und Postpaidkunden möglich.

Ausgeklügelte gute Optionen, die früher nur für Vertragskunden erreichbar waren, wie gute und günstige Daten Tarife, faire Roamingpreise, Einzelverbindungsnachweise usw, sind jetzt ohne Bonitätsprüfung und Vertragsbindung für jedermann erhältlich und gerade ehemalige Vertragskunden, die die Freiheit von überlangen und teueren Vertragsbindungen suchen, sind gute und dankbare Kunden, die oft auch bereit sind, Optionen zu ihrem Basis Tarif hinzu zu buchen und dafür dann gezielt zu bezahlen.

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Die neuen Prepaid Tarife erobern den deutschen Markt, 8.6 out of 10 based on 16 ratings