Vor wenigen Tagen hat man bei Nokia und Microsoft beschlossen, gemeinsame Sache zu machen und sich künftig im Bereich der Mobiltelefonie zusammenzutun. Da Nokia und Microsoft alles andere als Leichtgewichte in der Welt der Technik sind, hat ein solcher Deal natürlich große Auswirkungen, die in der nächsten Zeit durchaus zu sehen sein werden.

Nokia plant zwei Übergangsjahre mit Microsoft

Bevor Nokia allerdings mit Microsofts Hilfe groß angreifen wird, muss zunächst einmal ein Übergang geschaffen werden, da zurzeit noch keine Nokia-Geräte mit einem Microsoft OS auf dem Markt verfügbar sind. Laut Nokia plant man die Jahre 2011 und 2012 als Übergangsjahre ein, erst 2013 soll der große Angriff von Nokia und Microsoft auf Google und Apple folgen.

Im High End-Segment der Smartphones ist Nokia nämlich weit abgeschlagen, die Konkurrenten Google (mit Android OS), Apple (iOS und iPhone), Samsung (diverse Smartphones) sowie Research in Motion (mehrere Smartphones und Blackberry OS) sind mit einigem Vorsprung vorne, weshalb man sich bei Nokia anscheinend dazu gezwungen sah, zu handeln.

Nokia wird bei diesem Deal die Smartphones liefern, von Microsoft wird die passende Software hinzugefügt, wobei noch nicht klar ist, ob Nokia auf das aktuelle Windows Phone 7 zurückgreifen wird oder aber eine spezielle Version von Microsoft gestellt bekommt, die mit Einflüssen Nokia entwickelt wird.

Was wird aus Symbian und MeeGo?

Dass Nokia ab sofort primär auf Microsofts Windows Phone OS setzen wird bedeutet im Umkehrschluss auch, dass die bislang genutzten Betriebssysteme Symbian OS und MeeGo OS nicht mehr im bisherigen Umfang genutzt werden können. Zwar will man bei Nokia keines der beiden Betriebssysteme unter den Tisch fallen lassen, trotzdem spricht einiges dafür.

Insbesondere für das MeeGo OS sieht es düster aus, das Nokia-Eigenprojekt (zusammen mit Intel) wird 2011 lediglich mit einem Smartphone unterstützt werden, zudem soll das Projekt Open Source werden, was die Vermutung nahelegt, dass man bei Nokia darauf hofft, dass externe Entwickler das Projekt am Leben halten werden und für den Fortbestand sorgen.

Das Symbian OS war bislang Nokias Garantie für den Erfolg in der Einstiegsklasse, dennoch hat vor allem das Google Android OS in diesem Bereich stark aufgeholt, sodass man bei Nokia handeln musste. Dementsprechend sollen künftig zwar noch weiterhin Symbian-Geräte verkauft werden, das Hauptaugenmerk wird aber dennoch auf den Nokia-Smartphones mit Windows OS liegen.

Verliert Nokia die Weltmarktführung?

Damit könnte es gut sein, dass Nokia seine Weltmarktführung im Bereich der mobilen Geräte (Handys + Smartphones) verlieren wird, die man aktuell nur knapp vor Samsung halten konnte. Gerade der geplante Übergang könnte der direkten Konkurrenz in die Karten spielen und für einen Machtwechsel im mobilen Segment sorgen.

Das scheint auch die Konkurrenz selbst so zu sehen, denn bei Apple soll man beispielsweise ein iPhone Mini planen, das für rund 200 US-Dollar ohne Vertrag angeboten werden soll und im Einsteigersegment viele Käufer finden könnte. Zudem sind Geräte mit Android OS weiterhin auf dem Vormarsch, was insbesondere Samsung zu einem besseren Verkaufsergebnis verhelfen dürfte.

Fazit: Von vielen Experten wird der Deal zwischen Nokia und Microsoft sehr skeptisch gesehen, da es durchaus sein kann, dass sich beide Unternehmen selbst ins Abseits stellen. Sollte die Kooperation nicht erfolgreich verlaufen, dann könnte Microsoft endgültig vom mobilen Markt verschwinden und sich auf die Desktop-Sparte konzentrieren, bei Nokia könnte es sogar so weit kommen, dass der finnische Konzern bei Misserfolg von einem direkten Konkurrenten übernommen wird.

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