Noch vor wenigen Jahren war UMTS weit davon entfernt ein Standard der Mobilfunkindustrie zu werden, was sich aber zum Glück in den vergangenen Monaten geändert hat. Mittlerweile ist UMTS in vielen Teilen Deutschlands verfügbar und die meisten Menschen gehen unterwegs mit ihrem Smartphone via UMTS oder mit einem UMTS Prepaid Stick ins Internet. Doch noch immer sind die vier großen Mobilfunkanbieter in Deutschland (T-Mobile, Vodafone, o2 und E-Plus) darauf bedacht, dass die Verfügbarkeit von UMTS weiter steigt und auch die Geschwindigkeit des mobilen Internets in hohen Bereichen liegt.

Mobile Internet mit T-Mobile

– Flächendeckend EDGE bis 260 kBit/s
– UMTS/HSDPA: Städte.; bis zu 7,2 MBit/s

Als bisher einziger Mobilfunkanbieter in Deutschland hat T-Mobile es geschafft, mobiles Internet mit EDGE-Geschwindigkeit in ganz Deutschland zu ermöglichen. Das ist zwar definitiv ein Pluspunkt im Vergleich zum GPRS Standard, dennoch noch weit von UMTS und vor allem HSDPA entfernt. Immerhin ist es mit EDGE möglich, Downloadraten von bis zu 260 Kilobit pro Sekunde zu erreichen, was rund fünfmal so viel ist wie bei GPRS (ca. 50 kBit/s im Schnitt). Im Bereich UMTS muss sich bei T-Mobile noch einiges tun, da es zwar in vielen großen Städten und bevölkerungsreichen Gebieten schnelles mobiles Internet gibt, die meisten Bewohner der ländlichen Gebiete aber keine Möglichkeit haben, sich via UMTS mit dem Internet zu verbinden.

Ein Vorteil von T-Mobile ist, dass schon bis Ende 2009 die HSDPA Geschwindigkeit von 7,2 Mbit pro Sekunde auf bis zu 14,4 Mbit pro Sekunde aufgestockt werden soll, was noch schnelleres Internet von unterwegs aus möglich macht.

Mobiles Internet mit Vodafone

– EDGE nur teilweise; bis 220 kBit/s
– UMTS/HSDPA weit verbreitet; bis zu 7,2 MBit/s

Im Gegensatz zu T-Mobile hat Vodafone von Anfang an darauf gesetzt, dass UMTS auch in den ländlichen Gebieten von Deutschland zur Verfügung steht und nicht nur Nutzer in den Großstädten in den Genuss von schnellem mobilen Internet kommen. So arbeitet Vodafone fleißig daran, dass ganze Städte (Würzburg war hier die erste Stadt) in Deutschland mit HSDPA Geschwindigkeit ins Internet gehen können. Schon in wenigen Wochen soll Vodafone (genau wie T-Mobile) sogar auf Geschwindigkeiten von bis zu 14,4 Mbit pro Sekunde aufrüsten, was wirklich schnellen Internetzugang von unterwegs ermöglicht.

Dafür bietet Vodafone aber kein flächendeckendes EDGE an, was für manche Gegenden in Deutschland bedeutet, dass deren Bewohner nur mit sehr langsamen Internet zurecht kommen müssen und es sich in den meisten Fällen nicht rentiert, sich eine mobile Datenflat zu kaufen.

Mobiles Internet mit E-Plus

– EDGE im Aufbau; bis 220 kBit/s
– UMTS bis 500 kBit/s;

In puncto mobile Datenflatrate war E-Plus das Zugpferd der deutschen Mobilfunkanbieter und hat schon vor einigen Jahren als erster Anbieter eine solche im Sortiment gehabt. War E-Plus in diesem Bereich sehr schnell, dauerte es jedoch einige Zeit, bis EDGE, HSDPA und HSUPA für Nutzer von einer E-Plus Datenflat ebenfalls zur Verfügung standen.

Zudem ist die Verbreitung von EDGE im E-Plus Netz noch recht dürftig und es gibt noch einige Orte in Deutschland, in denen nur GPRS Geschwindigkeit beim Surfen mit einem Smartphone, Note- oder Netbook möglich ist. Auch im Bereich der HSDPA Mindestgeschwindigkeit hinkt E-Plus ein wenig hinterher, die Konkurrenten von T-Mobile und Vodafone schaffen es auf mindestens 3,6 Mbit pro Sekunde in HSDPA Gebieten, Kunden von E-Plus haben teilweise nur 500 kBit pro Sekunde als Downstream zur Verfügung.

Mobiles Internet mit O2

– EDGE: wo kein UMTS; bis 220 kBit/s
– UMTS/ HSDPA bis zu 7,2 MBit/s

Während T-Mobile und Vodafone bis Ende 2009 auf HSDPA Geschwindigkeiten von bis zu 14,4 Mbit pro Sekunde aufrüsten will, kann man bei o2 im gleichen Zeitraum darauf hoffen, dass der Speed sogar auf bis zu 28 Mbit pro Sekunde erhöht wird, womit das mobile Internet dem DSL Zugang von zu Hause in fast nichts mehr nachstehen würde.Außerdem bietet o2 schon jetzt UMTS in den meisten Gebieten Deutschlands an und bietet im gesamten UMTS Netz die Möglichkeit an, mit HSDPA Geschwindigkeit zu surfen. Auch die gemessen Werte in den bevölkerungsreichen Gebieten Deutschlands bestätigen, dass man im UMTS Netz von o2 schnell mobil surfen kann.

Allerdings gibt es in Gebieten mit UMTS Versorgung oftmals kein EDGE, was bedeutet, dass die Kunden von o2 in diesen Gebieten mit GPRS Geschwindigkeiten Vorlieb nehmen müssen, was das mobile Surfen schon arg beeinträchtigen kann.

Fazit: Die vier großen Mobilfunkanbieter in Deutschland setzen immer mehr darauf, auch kleinere Ortschaften mit einem schnellen Zugang zum mobilen Internet zu versorgen. Das ist sehr löblich und dürfte Deutschland in Kürze zu einem der wenigen Länder machen, in denen überall mobiles Internet mit angemessener Geschwindigkeit verfügbar ist. Zudem dürfte es in absehbarer Zukunft noch schnellere Verbindungen als mit HSDPA Geschwindigkeit geben, was bedeutet, dass sich DSL Leitungen und mobiles Internet von der Geschwindigkeit her immer weiter annähern und der DSL Speed bald kein Kriterium mehr bei der Wahl zwischen DSL Flatrate und mobiler Datenflatrate sein dürfte.

Vom Ausbau der UMTS Netze profitieren aber nicht nur die großen Mobilfunkanbieter, sondern auch die Prepaid Discounter, die die Netze der Großen verwenden und ihren Kunden in Bälde ebenfalls schnelleres Internet in ganz Deutschland anbieten können. Wer sich zum jetzigen Zeitpunkt für einen mobilen Internetzugang interessiert, der sollte vor der endgültigen Entscheidung prüfen, ob HDSPA Geschwindigkeit in seinem Wohngebiet möglich ist und welcher Anbieter das schnellste mobile Internet anbietet.

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UMTS / HSDPA Netz Ausbau im Vergleich, 8.7 out of 10 based on 16 ratings